Derzeit gibt es weder eine deutsche noch eine europäische Norm, welche die Voraussetzungen der Heimkompostierbarkeit verbindlich festlegt. Bis dato existiert eine solche nur für die industrielle Kompostierbarkeit – die EN 13432 oder europäische Norm zur industriellen Kompostierbarkeit von Verpackungen. Sie definiert die Mindestanforderungen, wie rasch sich ein Produkt unter industriellen Bedingungen innerhalb einer bestimmten Zeit zersetzen und biologisch abbauen muss. Konkret, das Verpackungsprodukt muss sich bei einer Temperatur von 58°C binnen 90 Tagen zu 90% biologisch abgebaut haben.

Warum nur zu 90%? Das ist leicht erklärt: Beim Test werden nur die CO2-emissionen gemessen, nicht aber die Zunahme der Bakterien- bzw. Biopilzmasse. Letztere beträgt 10%, wodurch sich insgesamt eine 100-ige Transformation in Erde, bzw. Naturdünger ergibt.

Bei der Prüfung für das „OK compost HOME“ Zertifikat untersucht der TÜV Austria, ob sich die oben geschilderten Mindestanforderungen auch unter den üblichen natürlichen Bedingungen des heimischen Gartenkomposts erzielen lassen. Der markanteste Unterschied ist die Temperatur. Anstatt bei 58°C, also unter zusätzlichem Verbrauch von Wärme, bzw. Energie, muss für die Heimkompostierung ein biologischer Abbau bei 28°C , und zwar ohne zusätzlichem Ressourcenverbrauch möglich sein.  Auch wenn die Außentemperaturen in Mitteleuropa mehrere Monate pro Jahr unter 28°C liegen, bedeutet der Test, dass die Eigenschaft der Heimkompostierbarkeit grundsätzlich gegeben ist. Gegebenenfalls kann es bei niedrigeren Temperaturen einige Wochen länger dauern, bis der biologische Abbauprozess beendet ist.

Fazit:

Der TÜV-Austria prüft also, ob das Ergebnis des biologischen Abbaus gemäß der Norm zur industriellen Kompostierung nicht nur dafür, sondern sogar für die schwierigere Heimkompostierung erreicht wird. Ist dies der Fall, erhält eine Verpackung das Zertifikat für Heimkompostierung „OK compost HOME“. Dass dieses Zertifikat bis dato äußerst selten an Getränkeverpackungen vergeben werden konnte, spricht für den Rohstoff SUN CIRCLE, der diese rare und daher begehrte Auszeichnung tragen darf.